Bisher konnte bei Google-Suchkampagnen genau festgelegt werden, in welcher Sprache die Anzeigen ausgespielt werden. Ab Ende September 2026 übernimmt Googles künstliche Intelligenz die Sprachwahl automatisch. Ursprünglich war die Umstellung schon für Ende 2025 angekündigt, wurde dann aber verschoben.
Was ändert sich?
Die manuelle Auswahl der Sprache auf Kampagnenebene fällt weg. Stattdessen erkennt die KI, welche Sprachen ein Nutzer wahrscheinlich versteht, und zeigt die Anzeige in der passenden Version. Dabei zählt nicht nur die Gerätesprache, sondern auch die Sprache der Suchanfrage und weitere Signale. Zusätzlich prüft Google, ob der Nutzer die Sprache der Anzeige und der Zielseite versteht.
Welche Kampagnen sind betroffen?
Die Änderung gilt für klassische Suchkampagnen und für Suchkampagnen mit AI Max. Bei Performance Max ist nur der Teil betroffen, der im Google-Suchnetzwerk ausgespielt wird. Für YouTube, Display, Discover und Gmail gilt die manuelle Spracheinstellung weiterhin. Shopping-Anzeigen sind von dieser Änderung ohnehin nicht betroffen.
Bestehende Kampagnen müssen nicht umgebaut werden. Die hinterlegte Sprache bleibt zwar im Konto sichtbar, hat für die Suche aber keine Wirkung mehr. Entscheidend sind neu die Sprache der Anzeigen und die Sprache der Zielseite.
Was bedeutet das für die Schweiz?
In einem Land mit mehreren Landessprachen hat das direkte Auswirkungen. Die Sprachtrennung muss nicht mehr zwingend auf Kampagnen-Ebene erfolgen. Verschiedene Sprachen können nun über einzelne Anzeigengruppen innerhalb einer Kampagne abgebildet werden. Die KI wählt dann je nach Suchanfrage die passende Gruppe aus. Voraussetzung ist, dass keine getrennten Budgets für die Sprachen definiert sind.
Gleichzeitig wird die geografische Ausrichtung wichtiger denn je. Wer gezielt Nutzer in bestimmten Sprachregionen erreichen will, muss beim Standort-Targeting jetzt besonders genau arbeiten.
Schweizer Praxis sieht oft anders aus
In der Schweiz ist es üblich, Budgets nach Sprachregionen zu definieren, und das macht auch Sinn. Wer Deutsch, Französisch und Italienisch separat verwaltet, behält die Kontrolle über Ausgaben und kann besser auf regionale Unterschiede eingehen.
Mehrere Sprachen in einer Kampagne zusammenzufassen klingt zwar praktisch, kann aber schnell zu unübersichtlichen Strukturen führen, insbesondere in grossen Konten. Auch das Reporting wird komplizierter: Eine saubere Auswertung nach Sprachregion ist nur mit zusätzlichem Aufwand möglich.
So bereitet man Schweizer Kampagnen auf die Umstellung vor
- Kontostruktur prüfen:
Feststellen, welche Kampagnen die Sprachen bisher nur über die Spracheinstellung getrennt haben. Diese Kampagnen sind am stärksten von der Umstellung betroffen. - Eine Sprache pro Anzeigengruppe:
Anzeigen und Keywords konsequent in einer einzigen Sprache halten. Gemischte Anzeigengruppen erschweren die automatische Zuordnung. - Zielseiten abgleichen:
Jede Anzeige muss auf eine Zielseite in derselben Sprache führen. Google prüft neu auch die Sprache der Landingpage. - Automatische Assets kontrollieren:
Automatisch erstellte Anzeigentexte, etwa bei AI Max, darauf prüfen, ob sie in der richtigen Sprache ausgespielt werden. - Standort-Targeting schärfen:
Sprachregionen gezielt über Kantone oder Regionen ansprechen. So bleiben Budgets und Reporting pro Sprachregion getrennt. - Nach der Umstellung beobachten:
In den ersten Wochen Suchbegriffe, Regionen und Conversion-Raten genau verfolgen. Erst danach grössere Anpassungen vornehmen.
Fazit
Die Abschaffung des Sprachtargetings bringt neue Möglichkeiten, aber auch neue Herausforderungen. Die KI erkennt zwar automatisch die passende Sprache, doch in einem mehrsprachigen Markt wie der Schweiz bleibt eine klare Trennung nach Sprachregionen oft die bessere Wahl. Wer Übersicht, Kontrolle und sauberes Reporting will, fährt mit getrennten Kampagnen weiterhin gut. Die neue Funktion ist eine zusätzliche Option mit Potenzial, aber kein vollständiger Ersatz für eine durchdachte Kampagnenstruktur.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Nein. Ab Ende September 2026 entfällt die Spracheinstellung auf Kampagnenebene. Google ordnet die Sprache automatisch zu, anhand der Anzeigensprache, der Zielseite, der Suchanfrage und weiterer Signale.
Google berücksichtigt unter anderem die Sprache der Suchanfrage, die Nutzereinstellungen und weitere KI-Signale. Zusätzlich prüft Google, ob der Nutzer die Sprache der Anzeige und der Zielseite versteht.
Nein. Getrennte Kampagnen pro Sprache bleiben weiterhin möglich. Wichtig ist, dass Anzeigen und Zielseiten konsequent in der jeweiligen Sprache gehalten sind.
Nur teilweise. Für die Ausspielung im Google-Suchnetzwerk gilt die Spracheinstellung nicht mehr. Für YouTube, Display, Discover und Gmail bleibt sie wirksam.
Über ein genaues Standort-Targeting, zum Beispiel auf Kantone, kombiniert mit Anzeigen und Zielseiten in der jeweiligen Sprache. Getrennte Kampagnen pro Sprachregion sichern zudem die Kontrolle über Budget und Reporting.
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