Diese Woche stellen wir bei SwissTech Sunday ein Schweizer Tool vor, das Schweizer KMU und Startups revolutioniert: Skribble. Mit seinen rechtsgültigen elektronischen Signaturen bringt es Tempo, Sicherheit und Transparenz in die Vertragswelt und zeigt, dass SwissTech mehr kann als nur mithalten.
Was ist Skribble?
Skribble ist eine Schweizer Plattform für elektronische Signaturen, die es ermöglicht, Verträge und Dokumente in wenigen Minuten rechtsgültig zu unterzeichnen.
- Alle Standards abgedeckt: SES, AES und QES
- Rechtsgültig in der Schweiz (ZertES) und in der EU (eIDAS), wählbar pro Dokument
- Schnelligkeit und Effizienz: Signieren dauert 3 Minuten
Sicherheit und Compliance
- Hosting in der Schweiz und Deutschland, ISO 27001 und ISO 9001 zertifiziert
- QES ist rechtlich einer handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt
- DSGVO und nDSG konform
Vergleich mit internationalen Alternativen
| Merkmal | Skribble | DocuSign | Adobe Acrobat Sign |
| Hosting | Schweiz und Deutschland | USA, teilweise EU-Server | USA, teilweise EU-Server |
| Signaturstandards | SES, AES, QES | SES/EES und FES, QES über Partner wie Swisscom | SES/EES und FES, QES über Partner wie Swisscom |
| Rechtliche Basis | eIDAS und ZertES | eIDAS, ZertES über Partner-QES | eIDAS, ZertES über Swisscom (seit September 2026) |
| Datenschutz | nDSG und DSGVO-konform | DSGVO konform, aber Risiko durch US CLOUD Act | DSGVO konform, aber Risiko durch US CLOUD Act |
- SES / EES (Simple Electronic Signature, einfache elektronische Signatur:
einfache elektronische Signatur, geeignet für weniger kritische Dokumente - AES (Advanced Electronic Signature):
fortgeschrittene Signatur mit höherer Sicherheit, bindet Identität des Unterzeichners stärker ein - QES (Qualified Electronic Signature):
höchste Stufe, rechtlich gleichgestellt mit handschriftlicher Unterschrift - eIDAS:
EU-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste, regelt die Rechtsgültigkeit von E-Signaturen in Europa - ZertES:
Schweizer Bundesgesetz über die elektronische Signatur, regelt die rechtliche Anerkennung in der Schweiz
So unterschreibt man ein Dokument mit Skribble
Ein Vertrag ist in wenigen Minuten unterschrieben. Mit diesen sechs Schritten klappt es auch beim ersten Mal.
- Dokument hochladen:
Im Skribble-Konto das Dokument als PDF hochladen, zum Beispiel einen Vertrag oder eine Offerte. - Signaturstandard wählen:
Für einfache Dokumente reicht die einfache Signatur. Für Verträge, die gesetzlich die Schriftform verlangen, braucht es die qualifizierte elektronische Signatur (QES). - Rechtsraum festlegen:
Bei der QES wählen, ob die Signatur nach Schweizer Recht (ZertES) oder nach EU-Recht (eIDAS) gelten soll. Massgebend ist, wo der Vertrag rechtlich wirken soll. - Unterzeichnende einladen:
Die E-Mail-Adressen der Beteiligten eintragen und die Signaturfelder im Dokument platzieren. - Identität bestätigen:
Für fortgeschrittene und qualifizierte Signaturen identifizieren sich Unterzeichnende einmalig, etwa per Video oder automatisierter Selbstidentifikation. Diese Identifikation bleibt danach für weitere Signaturen gültig. - Unterschreiben und ablegen:
Sobald alle unterschrieben haben, das signierte Dokument herunterladen und sicher archivieren.
Das US CLOUD Act Risiko
Der US CLOUD Act verpflichtet amerikanische Anbieter, Daten auf Anfrage von US-Behörden herauszugeben, auch wenn diese Daten physisch im Ausland gespeichert sind.
- Anwendungsbereiche: Der Zugriff ist auf strafrechtliche Ermittlungen zu schweren Straftaten beschränkt.
- Internationale Dimension: Der CLOUD Act erlaubt bilaterale Abkommen mit Partnerstaaten, sodass auch ausländische Strafverfolgungsbehörden unter bestimmten Bedingungen Daten anfordern können.
- Keine freie Einsicht: US-Behörden dürfen nicht nach Belieben Daten einsehen, sondern nur im Rahmen von Ermittlungsverfahren.
- Problematische Diskrepanz: US-Recht kann Unternehmen mittels gerichtlicher Verfügung untersagen, die betroffene Person über die Herausgabe ihrer Daten zu informieren. Laut Bundesamt für Justiz erfahren Betroffene dadurch unter Umständen gar nie von der Herausgabe und können sich nicht dagegen wehren. Anfechten kann nur der Anbieter selbst, und zwar vor einem US-Gericht, nicht in der Schweiz. Genau hier entsteht die Unsicherheit der Schweizer Unternehmen, die US-Tools nutzen. Sie können ihre Informationspflicht gegenüber Betroffenen nicht zuverlässig erfüllen.
Fazit
Skribble zeigt, dass digitale Souveränität nicht kompliziert sein muss. Mit rechtsgültigen Signaturen, Hosting in der Schweiz und Deutschland sowie voller DSGVO- und nDSG-Konformität bietet es eine echte Alternative zu US-Anbietern. Während der US CLOUD Act Transparenz und Kontrolle über Daten einschränken kann, schafft Skribble Vertrauen und Rechtssicherheit. Für Schweizer Startups und KMUs bedeutet das: weniger Papier, weniger Risiko, mehr Tempo.
Quelle: Bundesamt für Justiz BJ: Bericht zum US CLOUD Act (pdf)
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Skribble ist eine Schweizer Plattform für elektronische Signaturen. Verträge und Dokumente lassen sich damit online und rechtsgültig unterschreiben, in allen drei Signaturstandards.
Ja, abhängig vom gewählten Standard. Für Verträge mit gesetzlicher Schriftform braucht es die qualifizierte elektronische Signatur (QES). Wichtig: Eine Schweizer QES gilt in der EU nicht automatisch und umgekehrt. Bei Skribble lässt sich deshalb pro Dokument wählen, welches Recht gelten soll.
Wahlweise in der Schweiz oder in Deutschland, in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren. Laut Skribble werden keine Daten in den USA verarbeitet.
Für die einfache Signatur nicht. Für die fortgeschrittene und die qualifizierte Signatur ist eine einmalige Identifikation nötig, etwa per Video oder automatisierter Selbstidentifikation. Danach bleibt sie für weitere Signaturen gültig.
Bei Skribble sind alle drei Signaturstandards direkt enthalten, und die Daten liegen in der Schweiz oder in Deutschland. DocuSign bietet die qualifizierte Signatur nur über Partner an und hostet keine Daten in der Schweiz. Als US-Anbieter unterliegt DocuSign zudem dem CLOUD Act.
SwissTech Sunday ist eine wöchentliche Serie, in der wir digitale Lösungen aus der Schweiz vorstellen. Viele wissen gar nicht, wie viel gute Software hier entwickelt wird. Diese Tools können technisch locker mit den grossen internationalen Anbietern mithalten.
Natürlich sind sie nicht immer kostenlos wie viele Google-Produkte. Aber dafür steht der Datenschutz an erster Stelle. Es geht hier nicht um Masse, sondern um Qualität und Verantwortung. Wer digitale Souveränität sucht, findet in der Schweiz starke Alternativen.
Wichtig: Für die Vorstellung dieser Tools erhalten wir keine Bezahlung. Wir wählen die Lösungen selbst aus, weil wir sie spannend, relevant und unterstützenswert finden.
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