Diese Woche stellen wir bei SwissTech Sunday ein Schweizer Tool vor, das Kommunikation neu denkt: Threema. Mit seinem kompromisslosen Fokus auf Datenschutz und Anonymität zeigt es, dass SwissTech auch im Messenger-Markt eine echte Alternative zu den globalen Platzhirschen WhatsApp und Signal bietet.
Was ist Threema?
Threema ist ein Schweizer Messenger, der sichere Kommunikation ohne Datenkraken ermöglicht. Im Gegensatz zu WhatsApp und Signal benötigt Threema keine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Die Identität basiert auf einer anonymen Threema-ID.
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Chats, Gruppen, Sprach- und Videoanrufe
- Anonyme Nutzung ohne Telefonnummer oder E-Mail möglich
- Serverstandort Schweiz mit strenger DSGVO- und nDSG-Konformität
- Open-Source-Apps und unabhängige Sicherheitsaudits für maximale Transparenz
- Einmalige Kosten statt Datenfinanzierung oder Spendenmodell
Seit Januar 2026 gehört Threema der deutschen Investmentfirma Comitis Capital. Firmensitz, Server und Geschäftsleitung bleiben in der Schweiz.
Sicherheit und Compliance
- Nachrichten werden nach Zustellung sofort vom Server gelöscht
- So wenige Metadaten wie möglich. Wer, wann, wie oft kommuniziert, bleibt weitgehend privat
- Hosting ausschliesslich in der Schweiz, unter Schweizer Datenschutzrecht
- DSGVO- und nDSG-konform, unabhängig von US CLOUD Act oder anderen extraterritorialen Gesetzen
Vergleich mit internationalen Alternativen
| Merkmal | Threema | WhatsApp (Meta) | Signal |
| Hosting | Schweiz | USA, teilweise EU-Server | USA |
| Registrierung | Telefonnummer (seit 2024 hinter Benutzernamen verbergbar) | Telefonnummer | Telefonnummer |
| Finanzierung | Einmalige App-Gebühr | Kostenlos, datenfinanziert | Kostenlos, spendenfinanziert |
| Datenschutz | nDSG & DSGVO konform, keine Metadaten | DSGVO konform, Risiko durch US CLOUD Act | Sehr stark, keine Metadaten, aber US-Recht |
Das US CLOUD Act Risiko
Während WhatsApp und Signal ihre Server in der USA betreiben, gilt dort der US CLOUD Act. Dieser verpflichtet Anbieter, Daten auf Anfrage von US-Behörden herauszugeben, auch wenn sie physisch im Ausland gespeichert sind.
- Zugriff nur im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen, aber ohne zwingende Information der Betroffenen
- Internationale Dimension durch bilaterale Abkommen
- Problematisch für Schweizer Unternehmen: Informationspflicht gegenüber Betroffenen kann nicht zuverlässig erfüllt werden.
Threema Work
Neben der Privatversion bietet Threema mit Threema Work eine speziell auf Unternehmen zugeschnittene Lösung. Damit wird sichere Kommunikation auch im Business-Alltag möglich.
- Zentrale Administration: IT-Abteilungen können Nutzer, Gruppen und Richtlinien zentral verwalten.
- Integration: Schnittstellen zu Mobile Device Management (MDM)-Systemen und Unternehmens-Tools erleichtern die Einbindung.
- Anonyme IDs: Auch im Business-Kontext keine Telefonnummer nötig. Volle Privatsphäre für Mitarbeitende.
Damit ist Threema Work eine Alternative zu Microsoft Teams oder Slack, wenn Sicherheit und Schweizer Hosting im Vordergrund stehen.
So führt man Threema Work im Unternehmen ein
Die Einführung gelingt auch ohne grosse IT-Abteilung. Mit diesen sechs Schritten ist das Team schnell startklar.
- Kostenlos testen:
Threema Work 30 Tage lang mit bis zu 30 Nutzern gratis ausprobieren. So lässt sich im Alltag prüfen, ob die Lösung passt. - Passenden Plan wählen:
Zwischen den Plänen Core und Professional entscheiden. Lizenzen gibt es ab CHF 12 pro Person und Jahr. - Richtlinien festlegen:
In der Verwaltungsoberfläche bestimmen, welche Funktionen erlaubt sind, etwa das Teilen von Dateien oder die Datensicherung. - Mitarbeitende einladen:
Die Zugangsdaten an das Team verteilen. Grössere Unternehmen können die App auch über ihr Mobile Device Management ausrollen. - Kontakte und Gruppen vorbereiten:
Firmenkontakte und Gruppen zentral anlegen, damit alle sofort die richtigen Ansprechpartner finden. - Team kurz schulen:
Zeigen, wie man Kontakte per QR-Code verifiziert und warum man keine vertraulichen Firmeninfos mehr über private Messenger teilen sollte.
Fazit
Threema zeigt, dass digitale Souveränität auch im Messenger-Markt möglich ist. Mit anonymer Nutzung, Schweizer Hosting und voller nDSG- und DSGVO-Konformität bietet es eine echte, datenschutzkonforme Alternative zu WhatsApp und Signal (und mit Threema Work auch eine Alternative zu Microsoft Teams oder Slack für Unternehmen). Während US-Anbieter durch den CLOUD Act rechtliche Unsicherheiten schaffen, setzt Threema auf Vertrauen, Transparenz und Sicherheit.
Für Schweizer Startups und KMUs bedeutet das: sichere Kommunikation, weniger Risiko, mehr Kontrolle.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Threema ist ein Messenger aus der Schweiz mit Fokus auf Datenschutz. Chats, Gruppen und Anrufe sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt, und die Server stehen in der Schweiz. Laut eigenen Angaben nutzen über zwölf Millionen Menschen den Dienst.
Nein. Die Identität basiert auf einer zufällig generierten Threema-ID. Telefonnummer oder E-Mail-Adresse können freiwillig verknüpft werden, etwa um Kontakte leichter zu finden.
Die Privatversion kostet einmalig beim Kauf der App, ein Abo gibt es nicht. Threema Work für Unternehmen ist ab CHF 12 pro Person und Jahr erhältlich und lässt sich 30 Tage kostenlos testen.
Seit Januar 2026 gehört Threema der deutschen Investmentfirma Comitis Capital. Firmensitz, Server und Geschäftsleitung bleiben laut Threema unverändert in der Schweiz.
Beide verschlüsseln Nachrichten Ende-zu-Ende. Threema kommt aber ohne Telefonnummer aus, speichert so wenige Metadaten wie möglich und betreibt seine Server in der Schweiz. WhatsApp gehört zum US-Konzern Meta und unterliegt damit dem US CLOUD Act.
SwissTech Sunday ist eine wöchentliche Serie, in der wir digitale Lösungen aus der Schweiz vorstellen. Viele wissen gar nicht, wie viel gute Software hier entwickelt wird. Diese Tools können technisch locker mit den grossen internationalen Anbietern mithalten.
Natürlich sind sie nicht kostenlos wie viele Google-Produkte. Aber dafür steht der Datenschutz an erster Stelle. Es geht hier nicht um Masse, sondern um Qualität und Verantwortung. Wer digitale Souveränität sucht, findet in der Schweiz starke Alternativen.
Wichtig: Für die Vorstellung dieser Tools erhalten wir keine Bezahlung. Wir wählen die Lösungen selbst aus, weil wir sie spannend, relevant und unterstützenswert finden.
Jetzt tiefer einsteigen
Unsere Artikel geben dir Impulse. Die eigentliche Wirkung entsteht, wenn du sie in deiner Praxis umsetzt. Sprich mit uns über deine nächsten Schritte.
Jetzt Kontakt aufnehmen



