Das schwedische Tech-Unternehmen „We Don’t Have Time“ hat während des World Economic Forums (WEF) in Davos ein neues Projekt vorgestellt: W. Die Plattform positioniert sich als europäische Alternative zu X (Twitter) und setzt dabei auf Werteorientierung, Verifizierung und Datenschutz nach europäischen Standards.
Was ist W?
W ist ein neues soziales Netzwerk, das als Tochtergesellschaft von We Don’t Have Time aufgebaut wird. Obwohl das Unternehmen seinen Ursprung in Schweden hat, versteht sich W als gesamteuropäisches Projekt. Das Team ist über mehrere europäische Länder verteilt.
Geführt wird W Social von der in Zürich lebenden Juristin Anna Zeiter, die zuvor über elf Jahre bei eBay für den Datenschutz verantwortlich war. Gegründet hat sie das Projekt zusammen mit dem schwedischen Unternehmer Ingmar Rentzhog.
Wofür steht W?
Der Name W steht für We (Wir) und verweist zugleich auf die klassischen journalistischen W-Fragen: Wer, Wie, Was, Wann, Wo und Warum. Das Logo besteht aus zwei ineinandergreifenden „V“, die für Values (Werte) und Verified (Verifiziert) stehen. Damit soll der Anspruch an vertrauenswürdige Kommunikation visuell unterstrichen werden.
Warum Europa eine Alternative zu X braucht
Die Initiatoren betonen, dass Europa im Bereich sozialer Netzwerke stärker auf digitale Souveränität angewiesen ist. Während viele grosse Plattformen ihren Ursprung in den USA haben, soll W bewusst europäische Werte, Datenschutz und Transparenz in den Mittelpunkt stellen.
Die Plattform orientiert sich an den Vorgaben der DSGVO und möchte einen digitalen Raum schaffen, der demokratische Prinzipien respektiert und Missbrauch konsequent eindämmt.
Verifizierung und Sicherheit
Ein zentrales Element von W ist eine verpflichtende Identitätsprüfung für alle aktiven Nutzer. Ziel ist es, die Verbreitung von Bots, Fake-Accounts und anonymer Hassrede deutlich zu reduzieren.
Nutzer können die Plattform zwar anonym lesen, wer jedoch Beiträge verfassen oder interagieren möchte, muss seine Identität verifizieren, etwa mit Personalausweis oder Reisepass und einem Foto. Zudem werden Beiträge von Nutzern, die unter ihrem echten Namen posten, vom Algorithmus bevorzugt.
Die technische Basis
Überraschend wurde bekannt gegeben, dass W Social technologisch auf das dezentrale Open-Source-Protokoll AT (Authenticated Transfer Protocol) setzt. Es nutzt damit dieselbe technische Infrastruktur, auf der auch die Plattform Bluesky basiert.
Das hat einen praktischen Vorteil: Nutzer von W Social können bereits Accounts auf Bluesky sehen und mit ihnen interagieren. Das neue Netzwerk startet also nicht bei null.
Hosting und Datenschutz
Die Datenverarbeitung soll ausschliesslich über europäische Hosting-Anbieter erfolgen. Damit will W die Kontrolle über Nutzerdaten in Europa halten und den Anforderungen moderner Datensouveränität gerecht werden.
Status und Zeitplan
Seit dem 17. Juni 2026 läuft die öffentliche Beta-Phase, die mit einem Launch-Event in Brüssel gestartet ist. Zum Start zählte W Social rund 55’000 Nutzer weltweit. Die vollständige Version soll im Januar 2027 online gehen.
Wie kann man an der Beta-Phase von W teilnehmen?
Der Zugang zur Public Beta erfolgt derzeit schrittweise (teilweise noch über Einladungen). Wer also die Plattform W vor dem offiziellen Start ausprobieren möchte, kann sich auf der offiziellen Website registrieren.
Die Registrierung ermöglicht es interessierten Nutzern, frühzeitig Zugang zur Plattform zu erhalten, die Funktionen zu testen und Feedback zu geben.
So meldet man sich bei W Social an
Der Zugang zur Beta-Phase erfolgt schrittweise. Mit diesen sechs Schritten ist man dabei, sobald die Einladung kommt.
- Offizielle Website besuchen:
Die Website von W Social aufrufen. Lesen ist auch ohne Konto möglich, für eigene Beiträge braucht es eine Anmeldung. - Für die Beta bewerben:
Sich mit der E-Mail-Adresse für den Zugang registrieren. - Einladung abwarten:
Die Plätze werden schrittweise vergeben. Die Einladung kommt per E-Mail. - Identität verifizieren:
Mit einem Ausweis oder Reisepass und einem Foto bestätigen, dass hinter dem Konto ein echter Mensch steht. - Profil einrichten:
Name, Profilbild und eine kurze Beschreibung hinterlegen. Beiträge unter echtem Namen werden bevorzugt angezeigt. - Kontakte finden:
Da W Social auf dem AT Protocol basiert, lassen sich auch Accounts von Bluesky finden und ihnen folgen.
Fazit
Mit W entsteht ein ambitioniertes Projekt, das sich als europäische Alternative zu X positioniert. Die Kombination aus schwedischer Innovationskraft, europäischer Ausrichtung und einer erfahrenen Schweizer Führung verleiht dem Vorhaben Glaubwürdigkeit.
Ob das neue Netzwerk den hohen Erwartungen gerecht werden kann, wird sich in der Beta-Phase und nach dem offiziellen Start im Januar 2027 zeigen. Das Interesse ist insbesondere aus der europäischen Politik bereits jetzt gross.
Quellen: W Social, YouTube:W, Europe’s social media platform @ Davos, Bilanz: W Social will Twitter Konkurrenz machen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
W Social ist ein neues soziales Netzwerk aus Europa, das sich als Alternative zu X (Twitter) versteht. Die Plattform setzt auf verifizierte Nutzer, europäisches Hosting und Datenschutz nach EU-Recht.
W Social ist eine Tochtergesellschaft des schwedischen Unternehmens We Don’t Have Time. Geführt wird es von CEO Anna Zeiter, der früheren Datenschutzchefin von eBay, gegründet hat sie es zusammen mit dem schwedischen Unternehmer Ingmar Rentzhog.
Die Pflicht zur Identitätsprüfung soll Bots, Fake-Accounts und anonyme Hassrede eindämmen. Lesen ist auch ohne Konto möglich, wer posten oder interagieren will, muss sich aber mit Ausweis und Foto verifizieren.
Ja, in der Beta-Phase. Sie ist seit dem 17. Juni 2026 öffentlich, der Zugang erfolgt schrittweise über Einladungen. Die vollständige Version soll im Januar 2027 starten.
Beide Plattformen basieren auf dem offenen AT Protocol. Deshalb können Nutzer von W Social auch Accounts auf Bluesky sehen und mit ihnen interagieren. Die Regeln zur Verifizierung gelten aber nur auf W Social.
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