Suchmaschinen liefern längst nicht mehr nur Links. Mit Google AI Max for Search startet eine neue Phase der automatisierten Kampagnensteuerung. Die Funktionen sind nun auch in der Schweiz verfügbar und nutzen generative KI, um die Erstellung und Optimierung von Suchkampagnen einfacher und effizienter zu gestalten.
Was steckt hinter Google AI Max?
AI Max erweitert klassische Google-Suchkampagnen um Funktionen, die auf generativer KI basieren. AI Max ist kein eigener Kampagnentyp, sondern eine Sammlung von KI-Funktionen, die sich in bestehenden Suchkampagnen aktivieren lässt. Die Technologie erweitert die Ausspielung auf passende Suchanfragen und erstellt Anzeigentitel und Texte aktiv mit. Die KI berücksichtigt dabei definierte Markenrichtlinien und passt Inhalte entsprechend an.
Welche Funktionen bietet Google AI Max?
Mit dem Rollout stehen mehrere neue Werkzeuge zur Verfügung:
- Suchbegriffabgleich erweitert die Ausspielung auf relevante Suchanfragen, die über die eingebuchten Keywords hinausgehen.
- Ein-Klick-Experimente ermöglichen den direkten Vergleich verschiedener Anzeigenvarianten ohne aufwendiges Setup.
- Text-Richtlinien definieren Tonalität und Begriffe, damit die KI markenkonform bleibt. Seit Februar 2026 stehen sie allen Werbetreibenden in allen Sprachen zur Verfügung.
- Asset Studio Updates bringen generative Bildbearbeitung direkt ins Tool. Visuelle Inhalte lassen sich dort erstellen und anpassen.
- Final URL Expansion wählt automatisch die relevanteste Zielseite der Website für die jeweilige Suchanfrage aus.
Diese Funktionen sind in mehreren Sprachen verfügbar, darunter Deutsch, Französisch und Italienisch.
Was bedeutet Google AI Max für die Schweiz?
Der Rollout betrifft auch den Schweizer Markt. Die Unterstützung der drei wichtigsten Landessprachen ermöglicht eine gezielte Ansprache unterschiedlicher Regionen. Kampagnen lassen sich weiterhin auf bestimmte Kantone oder geografische Interessen ausrichten.
Auch kleinere Unternehmen profitieren: Der Zugang zu KI-gestützten Tools erleichtert die Skalierung von Kampagnen, ohne dass zusätzliche Ressourcen erforderlich sind. Die Kombination aus sprachlicher Vielfalt und automatisierter Ausspielung schafft neue Möglichkeiten für regional differenzierte Werbung.
Wo stösst Google AI Max an Grenzen?
Trotz der neuen Funktionen gibt es auch kritische Stimmen. Einige Werbetreibende bemängeln den eingeschränkten Einblick in die Entscheidungen der KI und die begrenzte Steuerbarkeit auf Keyword-Ebene. Das kann zu unerwünschtem Traffic führen oder dazu, dass Budgets ineffizient eingesetzt werden.
Auch die Transparenz der Daten bleibt ein Thema. Nicht immer ist nachvollziehbar, warum bestimmte Inhalte bevorzugt ausgespielt werden. Gerade bei kleineren Budgets besteht das Risiko, dass Streuverluste entstehen und die Performance leidet. Wer sehr granular arbeitet oder spezifische Zielgruppen ansprechen will, muss sich auf automatisierte Prozesse einlassen, die nicht immer nachvollziehbar sind.
Was ändert sich 2026?
Seit Juni 2026 ist AI Max kein Beta-Produkt mehr. Gleichzeitig treibt Google die Umstellung aktiv voran: Zwischen dem 1. und 30. September 2026 werden Suchkampagnen mit der Broad-Match-Einstellung auf Kampagnenebene oder mit automatisch erstellten Assets automatisch auf AI Max umgestellt. Neue Kampagnen mit diesen Einstellungen lassen sich schon seit August 2026 nicht mehr anlegen.
Kampagnenstruktur, Budgets und Gebotsstrategien bleiben dabei erhalten. Bestehende Markenkontrollen werden übernommen. Dynamische Suchanzeigen folgen im Februar 2027. Wer die Einstellungen selbst bestimmen will, stellt besser jetzt freiwillig um, statt auf die automatische Umstellung zu warten. Die Spracheinstellung fällt auch für AI Max weg.
Wie gelingt der Einstieg?
Ein sinnvoller Einstieg gelingt über bestehende Kampagnen. Die Text-Richtlinien sind ein zentrales Element, um die gewünschte Tonalität festzulegen. Auch das Asset Studio bietet Potenzial, um visuelle Inhalte effizient und markenkonform zu gestalten.
So stellt man eine Suchkampagne kontrolliert auf AI Max um
Mit diesen sechs Schritten behält man die Kontrolle, ob die Umstellung freiwillig oder automatisch erfolgt.
- Betroffene Kampagnen prüfen:
Feststellen, welche Kampagnen die Broad-Match-Einstellung auf Kampagnenebene oder automatisch erstellte Assets nutzen. Diese werden automatisch umgestellt. - Ausschlüsse aufräumen:
Auszuschliessende Keywords und Markenkontrollen vor der Umstellung aktualisieren. So lässt sich unerwünschter Traffic von Anfang an begrenzen. - Text-Richtlinien festlegen:
Tonalität, bevorzugte Begriffe und verbotene Aussagen definieren, damit die generierten Anzeigentexte markenkonform bleiben. - Zielseiten steuern:
Mit URL-Ausschlüssen auf Kampagnenebene und URL-Einschlüssen auf Anzeigengruppenebene festlegen, welche Seiten Google als Zielseite verwenden darf. - Ein-Klick-Experiment starten:
AI Max zuerst als Experiment aktivieren. Der Traffic wird innerhalb derselben Kampagne aufgeteilt, ohne dass eine Kopie nötig ist. - Suchbegriffe auswerten:
Nach einigen Wochen Suchbegriffe, Kosten und Conversions vergleichen. Erst dann entscheiden, ob AI Max dauerhaft aktiv bleibt.
Fazit: KI als Chance und Herausforderung
Google AI Max bringt neue Möglichkeiten für die automatisierte Kampagnensteuerung. Die Funktionen erleichtern die Umsetzung und Skalierung, bergen aber auch Risiken in Bezug auf Kontrolle, Budgeteffizienz und Datenklarheit.
Die Erfahrung mit früheren Google-Produkten zeigt: Was heute als optionales Upgrade eingeführt wird, wird oft innerhalb weniger Jahre zum Standard erklärt. Wer früh testet und sich mit den neuen Funktionen vertraut macht, kann sich strategisch besser auf diese Entwicklung vorbereiten und die eigene Position stärken.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
- Google AI Max
Google AI Max ist definiert als Sammlung KI-gestützter Funktionen, die sich in bestehenden Google-Suchkampagnen aktivieren lässt. Es handelt sich nicht um einen eigenen Kampagnentyp. - Suchbegriffabgleich
Der Suchbegriffabgleich ist eine AI-Max-Funktion, die Anzeigen auch bei relevanten Suchanfragen ausspielt, die über die eingebuchten Keywords hinausgehen. - Textanpassung
Die Textanpassung ist eine Funktion, bei der die KI Anzeigentitel und Beschreibungen auf Basis der Website und der bestehenden Anzeigen erstellt und an die Suchanfrage anpasst. - Final URL Expansion
Final URL Expansion ist eine Funktion, bei der Google für jede Suchanfrage automatisch die passendste Zielseite der Website auswählt. - Text-Richtlinien
Text-Richtlinien sind Vorgaben auf Kampagnenebene, die festlegen, welche Tonalität, Begriffe und Aussagen die KI bei generierten Anzeigentexten verwenden darf. - Ein-Klick-Experiment
Ein Ein-Klick-Experiment ist ein Test innerhalb derselben Suchkampagne, bei dem der Traffic zwischen einer Version mit und einer Version ohne AI Max aufgeteilt wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Google AI Max ist eine Sammlung KI-gestützter Funktionen für bestehende Suchkampagnen. Die drei Kernfunktionen sind Suchbegriffabgleich, Textanpassung und Final URL Expansion. Einen eigenen Kampagnentyp braucht es dafür nicht.
Ja. AI Max ist seit September 2025 weltweit verfügbar, also auch in der Schweiz. Die Text-Richtlinien stehen seit Februar 2026 in allen Sprachen zur Verfügung, darunter Deutsch, Französisch und Italienisch.
Teilweise. Im September 2026 stellt Google Suchkampagnen mit der Broad-Match-Einstellung auf Kampagnenebene oder mit automatisch erstellten Assets automatisch um. Dynamische Suchanzeigen folgen im Februar 2027. Andere Suchkampagnen bleiben unverändert.
Über Text-Richtlinien, Markenkontrollen sowie URL-Ein- und Ausschlüsse. Zudem lässt sich der Suchbegriffabgleich auf Anzeigengruppenebene deaktivieren und die Textanpassung auf Kampagnenebene ausschalten.
Das hängt vom Einzelfall ab. Gerade bei kleinen Budgets können Streuverluste stärker ins Gewicht fallen. Ein Ein-Klick-Experiment zeigt ohne grosses Risiko, ob AI Max für die eigene Kampagne einen Mehrwert bringt.
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